Brief von unserem Generalsekretär Barlas Türkyılmaz

Sehr geehrte Konferenzteilnehmer,
Die Medienlandschaft verändert sich bekanntlich rasch. Niemand hätte sich die Zeit vorstellen können, die wir derzeit erleben, sagen wir vor 10 Jahren. Die sozialen Medien erobern die Welt und die Maschine der Massenmedien, die einst wuchtig war, stirbt langsam aus, mit dem Endspiel nicht vor den Augen. 
Im Laufe der Jahre werden soziale Medien als vieles gekennzeichnet. Manche sahen darin einen neuen Weg für den Überwachungsstaat an, ihre Leute auszuspionieren, während einige anderen sie als einen neuen Weg begrüßten, um freie Meinungsäußerung zu verbreiten. Viele Menschen wurden von sozialen Medien in politischen Prozessen einbezogen und dies spielte eine sehr große Rolle bei den neuesten Volkaufständen, als da sind die Proteste gegen das Regime in Iran im Jahr 2009, die Volkserhebungen in der arabischen Welt im Jahr 2011 und die Euromaidan Bewegung von 2013. Vielen Personen schienen die Tweets mächtiger als das Schwert an. Wie Kofi Annan sagte: „Durch die Verbindung von Menschen und die Verleihung einer Stimme, insbesondere in Ländern, die das Versammlungsrecht und die Meinungsfreiheit einschränkten, wurden soziale Medien als eine beispiellose globale Kraft für die Emanzipation der Bürger angesehen.
Allerdings begannen autoritäre Regime bald mit der Bekämpfung der Internetfreiheit. Sie befürchteten, dass diese Art von Kommunikationswerkzeug über das Verständnis ihrer altmodischen Sicherheitseinrichtungen hinausgehen würde. Aber es dauerte nicht lange, bis sie lernten, diese Werkzeuge zu ihrem Vorteil zu nutzen. Smartphones und das Internet verbreiten sich in den Entwicklungsländern, wo demokratische Institutionen nicht auf solchem esten Boden wie ihre westliche Gegenstücke basieren. Zum Beispiel erlebten die letzten Gouverneurswahlen in Indonesien einen Anstieg der Fake-Nachrichten, um sektiererische Spannungen zu verschärfen, um Wähler zu mobilisieren. Aber das Problem ist nicht auf die Entwicklungsländer beschränkt. Sobald die Regierungen die Techniken beherrschten, um diese Werkzeuge zu Hause zu benutzen, begannen sie, sie im Ausland zu benutzen. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die angebliche Einmischung Russlands bei den jüngsten Wahlen in Frankreich, Deutschland, der Ukraine und nicht zuletzt bei den US-Präsidentschaftswahlen 2016. Facebook schätzt, dass der russische Inhalt in seinem Netzwerk 126 Millionen Amerikaner erreicht hat, was ungefähr 40% der Bevölkerung ausmacht. In Zeiten, in denen selbst die technisch versiertesten Nationen die Integrität ihrer Wahlen nicht schützen können, ist es ziemlich leicht zu erraten, wie schwierig es ist, Wahlen in Entwicklungsländern abzuhalten.
An diesem Punkt handeln wir von einem Informationskrieg. Die morgige Kriege werden nicht auf Schlachtfeldern ausgetragen, sondern hinter Computerbildschirmen oder durch Marionetten, die die stärkeren Ländern abfertigen . Die Abwesenheit von Wahrheiten und Wissen und die Möglichkeit der Manipulation kräftigen Verschwörungstheorien. Das ist eine globale Bedrohung für Demokratie und Freiheit und in einer Zeit, in der das Vertrauen in Regierungen sehr gering ist, untergräbt die Gesetlichkeit der als demokratisch gewählten Regierungen

Bürger werden allmählich in kleine ideologische Gruppen geteilt, schüren Vorurteile, und vermindern die Gelegenheiten für eine vernünftige Debatte. Eine robuste Atmosphäre für Debatte ist notwendig für Demokratien zu funktionieren, und die Abwesenheit davon legt die Fundamente der Pluralisierung und vermindert die Kapazität unserer Führer, politische Kompromisse zu schmieden, welches ein Sprungbrett für unsere Demokratien zu funktionieren sind.

Einmal als Wärter auf die Redefreiheit  angerufen wurden, werden jetzt die Unternehmer der sozialen Netzwerke als,,Bösewicht” gekennzeichnet. Ist das der richtige Weg, diesen Problem zu behandeln? Werden die Beschuldigung von den sozialen Netzwerken und die extreme Vorsicht darauf den ganzen Strang lösen? Hier ist wohin ihr eintreten, unsere ausgezeichnete Delegierten. 
Die Zukunft ist in euren Händen, weil sie die Teilnehmer an einem politischen Verlauf sind. Wir brauchen nur Handvoll von gewilligten Menschen, um die Welt zu verändern, da sie die Einzigen sind, wer es vorher geschafft haben. Aber ihr müsst darauf  schnell reagieren, da die sozialen Netzwerke der Anfang von einem ,,Slippery Slope” sein können, was zu einer echten Orwellschen Welt führen wird, in der ,,Big Data” von ,, Big Brother” manupiliert wird. 

Wir wünschen viel Glück in eurer MUN-Karriere und hoffen darauf, euch in diesjähriger Sitzung von IELMUN zu sehen.

Barlas Türkyılmaz